samedi 28 mars 2015

Neonazi-Aufmarsch in Dortmund: Beim BVB gehen die Lichter aus


Dortmund - Über 2000 Gegendemonstranten standen 500 Rechtsextremen gegenüber. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz. Insgesamt kam es bei einem Neonazi-Aufmarsch in Dortmund, der auch von Mitgliedern der Gruppierung "Hooligans gegen Salafisten" (Hogesa) unterstützt wurde, aber nur zu einzelnen Zwischenfällen.


Die Kundgebungen fand ausgerechnet an einem Jahrestag statt: Vor genau zehn Jahren hatte ein Dortmunder Rechtsextremist einen Punker in einer U-Bahnstation erstochen. Die Polizei hatte dies als "Provokation" bezeichnet und versucht, im Vorfeld den Aufmarsch zu verbieten. Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hob das Demo-Verbot jedoch auf.

Nach Angaben der Polizei habe eine Gruppe Linksautonomer versucht, eine Absperrung zu durchbrechen; Flaschen und Böller seien geflogen. Zum Abschluss eines Demonstrationsmarsches von Linken, bei denen ebenfalls Böller flogen, griff die Polizei mit dem Schlagstock ein und zog mindestens fünf Teilnehmer aus den Reihen. Die Polizisten stellten Personalien fest und erteilten Platzverweise. Mehrere Beamte wurden verletzt, zudem Messer und Baseballschläger sichergestellt.


Schlusspunkt des Neonazi-Aufmarsches bildete ein Rechtsrockkonzert in der Nähe des Signal-Iduna-Parks von Borussia Dortmund. Aus Protest gegen das Konzert schaltete der BVB die sonst weithin sichtbare Stadionbeleuchtung aus. Der Verein wolle Neonazis keine Kulisse bieten, teilte der Verein in einer Mitteilung mit.


Bei der Abreise der Demonstrationsteilnehmer kam es am Abend zu mindestens einem weiteren Zwischenfall. Im Regionalexpress Richtung Essen habe eine Gruppe Rechter die Auseinandersetzung mit einer Gruppe von Punks gesucht, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Mehrere Personen wurden leicht verletzt. Die Bundespolizei nahm mehrere Menschen in Gewahrsam und leitete Ermittlungsverfahren ein.


Insgesamt fielen die Kundgebungen kleiner aus als erwartet. Die Polizei hatte vorher mit mehreren tausend, teils gewaltbereiten Demonstranten auf beiden Seiten gerechnet.




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