Die deutschen Mautpläne sorgen weiter für Unruhe in Luxemburg. Am Donnerstag machte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) noch einmal deutlich, dass es für Grenzgebiete wie etwa das Saarland oder Rheinland-Pfalz keine Maut-Ausnahmen geben werde. So müssen sich die Autofahrer aus der Großregion wohl ab nächstem Jahr darauf einstellen, auf deutschen Autobahnen und Bundesstraßen künftig per Vignette zur Kasse gebeten zu werden. Im Leserforum von L’essentiel reagieren die meisten Kommentatoren darauf mit Unverständnis und Wut.
Pkw-Maut in Deutschland
Deutschland will die Gebühr im nächsten Jahr für Autobahnen und Bundesstraßen einführen. Die Jahresvignette soll m Schnitt 74 Euro, höchstens aber 130 Euro kosten. Der Preis berechnet sich anhand von Umweltfreundlichkeit und Hubraum des Fahrzeugs. Die Zehn-Tages-Vignette ist für zehn Euro zu haben, 22 Euro verlangt Berlin für die Zwei-Monats-Maut. Inländischen Autobesitzern soll sie durch eine geringere Kfz-Steuer ausgeglichen werden. Strittig ist aber, ob dies mit EU-Recht vereinbar ist, das eine Benachteiligung von Ausländern untersagt.
Nicolas schreibt: «Dann fahr ich eben nicht mehr nach Trier. Das wird ein Verlustgeschäft, Pech für sie…». Andere Leser wollen ihre Einkäufe künftig erst am Samstag durchführen. «Ich werde genau darauf achten, ob ich künftig noch über die Grenze fahre. Es gibt auch in Metz gute Geschäfte…», meint Clopinette. Die Achse Luxemburg-Metz-Nancy ist bekanntlich weiterhin mautfrei.
Viele sehen in der deutschen Pkw-Maut auch eine Schwäche Europas in Bezug auf Bewegungsfreiheit. «Diese Steuer zeigt einmal mehr die Zerbrechlichkeit des europäischen Gedankens», kritisiert Lucky Luke. «Ich bin ab und zu zum Shoppen nach Deutschland gefahren. Mich sehen die aber so bald nicht wieder.» Viele User fordern nun, dass auch Luxemburg eine Maut einführt, um auch Grenzgänger und die Transportbranche zur Kasse zu bitten.
Chronisch unterfinanziert
In der Diskussion wird auch erörtert, wie man die Pkw-Maut in Deutschland künftig vielleicht umgehen könnte, um etwa weiterhin kostenlos mit dem Auto nach Trier zu fahren. «Ich werde über die Nationalstraße fahren. Das wird zwar ein wenig länger dauern, aber ich werde diese Steuer nicht bezahlen», sagt Elgatonero. «Rechnet es euch doch aus, inklusive Parken und Maut. Die Hin- und Rückfahrt mit der Bahn von egal wo in Luxemburg nach Trier kostet genau acht Euro. Und die Züge fahren jede Stunde!», erklärt Jeeky.
Oui denkt, dass die Maut nicht viel Einfluss auf den kleinen Grenzverkehr haben wird. «Bei den vielen Preisunterschieden zwischen Luxemburg und Deutschland bei Konsumgütern hat man die Maut leider schnell wieder herinnen.» Die Autobahnvignette soll 90 Euro pro Jahr kosten. Laut Pedruska 2015 wird sie ein Segen für lokale Geschäfte sein. «Bei vielen knallen schon die Champagner-Flaschen.»
User Why not but kann die Einrichtung der Maut durchaus nachvollziehen. «Die Infrastruktur in Deutschland ist seit Jahrzehnten chronisch unterfinanziert. Die Nachbarländer stellen sich die selbe Frage.
(jg/L'essentiel)








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