samedi 14 mars 2015

Anti-IS-Mission: Sprengfallen und Scharfschützen stoppen Vormarsch in Tikrit


Bagdad - Zunächst ging alles ganz schnell. Anfang März rückte die irakische Armee zusammen mit überwiegend schiitischen Freiwilligen in einer Großoffensive auf Tikrit vor - zehn Tage später bejubelten die Kämpfer das Vorrücken ins Zentrum der 100.000-Einwohner-Stadt.


Widerstand der Miliz "Islamischer Staat" (IS) schien weniger heftig als zunächst befürchtet. Nun zeigt sich jedoch: Ganz so schnell lässt sich die Heimatstadt des Ex-Diktators Saddam Hussein nicht zurückerobern. Seit diesem Freitag stockt die Offensive.

Man komme vorerst nicht weiter und warte auf Verstärkung, hieß es am Samstag aus dem Kommandozentrum der irakischen Armee: "Wir brauchen professionelle Kräfte und Soldaten". Benötigt würden zwischen 1000 und 2000 Mann. Das Problem der staatlichen Truppen: IS-Kämpfer haben in vielen verlassenen Gebäuden Sprengfallen versteckt, Scharfschützen feuern auf die Soldaten. Die Armee richtet sich deswegen auf Straßenkämpfe in dem Ort rund 160 Kilometer nordwestlich von Bagdad ein.


Die Streitkräfte und die Milizen waren seit Mittwoch mit mehr als 20.000 Mann auf den Stadtkern von Tikrit vorgerückt. Doch trotz der zahlenmäßigen Überlegenheit macht die Taktik der IS-Miliz ein schnelles Vorrücken schwierig. Der IS hat in solch städtischen Guerilla-Kriegen beträchtliche Erfahrung. Schon die Vorläuferorganisation, die irakische al-Qaida, machte so den US-Soldaten im Irak das Leben schwer.


Die sunnitischen IS-Kämpfer haben in Tikrit noch immer einen Palast des früheren irakischen Machthabers Saddam Hussein sowie mindestens drei Stadtviertel unter ihrer Kontrolle. Einen Angriff irakischer Spezialeinheiten auf eine medizinische Hochschule im Süden der Stadt konnten die Aufständischen am Freitag abwehren. Dabei töteten sie drei Soldaten. Weitere sechs Menschen kamen ums Leben, als ein mit Sprengstoff beladener Geländewagen in einem Lager der Armee westlich von Tikrit explodierte.


Bis Dienstag soll Tikrit wieder unter Kontrolle sein


Trotz der offenkundigen Probleme gibt man sich in der Anti-IS-Koalition demonstrativ optimistisch - und spricht von einer vollständigen Rückeroberung Tikrits bis spätestens Dienstag. Es werde "nicht mehr als 72 Stunden" dauern, die Kämpfer zu vertreiben, sagte ein Kommandeur der Badr-Miliz und Sprecher der sogenannten Volksmobilisierungseinheiten am Samstagmorgen.

Die Schlacht um Tikrit ist der bislang größte Militäreinsatz gegen den IS, der im vergangenen Sommer weite Gebiete im Irak und im benachbarten Syrien unter seine Kontrolle bringen konnte und dort ein radikalislamisches "Kalifat" ausgerufen hat. Die Tikrit-Offensive ist auch ein Test für die Rückeroberung Mossuls weiter im Norden. Dabei handelt es sich um die größte Stadt, die der IS bisher erobert hat.


Noch in der ersten Jahreshälfte, so der bisherige Plan der Anti-IS-Koalition, soll der Kampf um Mossul beginnen. Doch ernsthafte Erfolgsaussichten hat eine solche Militäraktion nur, wenn vorher die Eroberung des deutlich kleineren Tikrit gelingt.




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