samedi 14 mars 2015

Früherer FDP-Politiker: Chatzimarkakis hört als Athener Sonderbotschafter auf


Berlin - Er sollte Griechenland helfen, aus der Finanzkrise zu kommen und den geordneten Ausstieg aus den Programmen der Euro-Rettungsschirme zu schaffen. Ende 2014 präsentierte die damalige griechische Regierung Jorgo Chatzimarkakis als Sonderbotschafter. Doch die hochgesteckten Ziele Griechenlands sind weit entfernt - und Chatzimarkakis wird sie als Sonderbotschafter nicht mehr mit umsetzen. Denn Anfang Mai wird der frühere FDP-Politiker sein Engagement für die griechische Regierung beenden.


Darauf habe er sich mit der Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras bei einem Treffen in Athen verständigt, sagte Chatzimarkakis dem "Tagesspiegel". "Beide Seiten haben das so entschieden." Sein Amt werde er am 5. Mai niederlegen. "Für mich war das keine politische Entscheidung, sondern eine finanzielle", ergänzte er. "Als Vater von drei Kindern kann man von einem halben Ehrenamt nicht leben."

Demnach hat der Politiker nach eigenen Angaben 1000 Euro monatlich für sein Engagement erhalten. Chatzimarkakis wurde von der damaligen konservativen griechischen Regierung angeheuert. Seit Ende Januar wird Griechenland von einer Koalition aus der linken Syriza-Partei und der rechtspopulistischen Partei Unabhängige Griechen (Anel) regiert.


Der "Tagesspiegel" berichtete unter Berufung auf Gerüchte aus Athener Regierungskreisen, Außenminister Nikos Kotzias wolle den ehemaligen griechischen Botschafter in Berlin, Dimitris Rallis, künftig mit der Beziehungspflege zu Deutschland betrauen.


Noch vor einigen Tagen hatte Chatzimarkakis für die Linksregierung unter Tsipras gesprochen. So präsentierte er einen Vorschlag im Schuldenstreit. Er forderte, Deutschland solle eine griechische Aufbaubank mitfinanzieren. Damit sei dem griechischen Staat geholfen - und Deutschland könne Naziverbrechen entschädigen.


Chatzimarkakis hat sowohl die deutsche als auch die griechische Staatsbürgerschaft. Er saß für die Liberalen im Europaparlament. Anfang 2014 war er aus der FDP ausgetreten, weil er mit deren Europa-Politik nicht einverstanden war. Er gründete in Griechenland die Partei der hellenischen Europabürger. Diese scheiterte aber bei der Europawahl an der Drei-Prozent-Hürde.


Chatzimarkakis machte zudem mit einer Plagiatsaffäre Schlagzeilen. Er musste 2011 seinen Doktortitel abgeben, nachdem die Universität Bonn zu dem Schluss gekommen war, er habe weite Passagen in seiner Dissertation abgeschrieben.




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