Die Ankündigung, die Ausnahmeregelung für den verkaufsoffenen Sonntag in der Hauptstadt zu erweitern, stieß in Luxemburg auf Widerstand. Erst vor einigen Wochen tobte die Debatte auch in Frankreich. Wirtschaftsminister Emmanuel Macron will an zwölf Sonntagen im ganzen Land und in Paris jeden Sonntag öffnen lassen – bisher waren jährlich fünf offene Sonntage möglich. Wie in Luxemburg-Stadt wäre es laut den Befürwortern der Maßnahme eine Möglichkeit, um den Tourismus zu fördern. Ist man nun dafür oder dagegen? Sollte es so oder eingeschränkt umgesetzt werden? Geht es darum, am Sonntag die Läden zu öffnen, ist Europa ziemlich gespalten. Eine Übersicht.
Diese Orte haben genug von den Touristenmassen «Mickey Maus»-Geld soll den Tourismus ankurbeln
Wie es die Nachbarn machen
Frankreich: Lebensmittelgeschäfte können an Sonntagen bis 13 Uhr geöffnet sein. Ein Laden ohne Angestellte kann öffnen, es sei denn, es gibt einen Erlass des Präfekten gegen die Öffnung bestimmter Geschäfte. Allerdings ist an diesem Tag die Öffnung eines Geschäftes mit Angestellten, deren wöchentlicher Ruhetag in der Regel sonntags ist, nur erlaubt, wenn eine Ausnahme vorliegt.
Belgien: Das Gesetz erlaubt Lebensmittelgeschäften die Sonntagsöffnung bis 13 Uhr. Die belgische Regierung legt sechs Termine fest, die Gemeinden drei. Allerdings dürfen alle touristischen Gebiete am Sonntag öffnen (alle Städte an der belgischen Küste und 70 Städte wie Brüssel, Brügge oder Gent). Ausnahmen gibt es immer mehr, vor allem bei Fabrikverkäufen.
Deutschland: Die Sonntagsruhe ist heilig im benachbarten Deutschland. Ein Bundesgesetz blockiert die Öffnungen in den Abendstunden und am Sonntag, aber seit 2006 ist es jedem Bundesland gestattet, eine eigene Öffnungs-Politik zu erlassen. Zwei Bundesländer halten sich an das Bundesrecht. Die Hauptstadt Berlin ist mit zehn offenen Sonntagen die Stadt, welche die offenen Sonntage am meisten praktiziert.
Sehr liberales Großbritannien, strenges Österreich
Großbritannien: Der Sunday Trading Act, 1994 verabschiedet, hebt für Geschäfte mit einer Fläche von weniger als 280 Quadratmetern jegliche Einschränkung der Sonntagsarbeit auf. Für größere Unternehmen ist die Öffnung zwischen 10 bis 18 Uhr auf sechs Stunden begrenzt. Sonntagsarbeit muss im Arbeitsvertrag festgelegt werden, aber es gibt keine Prämien.
Portugal: Alle Geschäfte dürfen an Sonn- und Feiertagen öffnen.
Niederlande: Gemeinden haben die Befugnis, die Arbeit an Sonntagen während des ganzen Jahres zu genehmigen.
Spanien: Läden mit weniger als 300 Quadratmetern können sonntags öffnen. Die anderen nur ein Dutzend Mal im Jahr. Interessant ist, dass Madrid die einzige Stadt ist, welche Sonntagsarbeit an Sonn- und Feiertagen für alle Geschäfte –unabhängig von ihrer Größe – gestattet.
Italien: Seit 2012 haben Händler bei den Öffnungszeiten einen Freifahrtschein. Das gilt für Tage und Uhrzeiten gleichermaßen. In der Praxis werden die Details von den Regionen geregelt, welche für diesen Bereich zuständig sind. Rom etwa lässt seinen Händlern freie Hand, wacht aber darüber, dass Anlieger nicht in Mitleidenschaft gezogen werden.
Österreich: Das strengste Land hinsichtlich der Sonntagsöffnung verbietet offene Geschäfte auch in der Weihnachtszeit. Ausnahmen gibt es nur an Bahnhöfen und Flughäfen.
(Fatima Rougi/L'essentiel)








0 commentaires:
Enregistrer un commentaire