mardi 3 mars 2015

Schlechter Einfluss - Lehrer sind schuld, dass Frauen schlechter rechnen


Obwohl die Karrierechancen gut sind, sind Frauen in naturwissenschaftlichen Berufen noch immer untervertreten. Stattdessen finden sich viele von ihnen im Bereich der Geisteswissenschaften wieder. Aber warum?



Schuld daran ist laut Forschern um Edith Sand von der Tel Aviv University weder mangelndes Können noch fehlendes Interesse der Mädchen, schuld sind die Lehrer. Der Grundstein für die Angst vor Zahlen wird oft bereits in der Grundschule gelegt, heißt es in einer Mitteilung. «Es handelt sich dabei nicht um Diskriminierung, sondern um eine unbewusste Entmutigung», so Sand.


Schülerinnen werden unterschätzt


Für die Studie begleiteten die Lehrer Schüler von der sechsten Klasse bis zum Abitur. In diesem Zeitraum mussten die Teilnehmer zwei Tests absolvieren. Der eine wurde von Prüfern ausgewertet, die weder die Namen noch die Kinder kannten. Der andere wurde von ihnen bekannten Prüfern bewertet.


Der Vergleich zeigte, dass die Mädchen bei den anonymen Tests deutlich besser abschnitten als die Jungen. War das Geschlecht den Prüfern bekannt, war genau das Gegenteil der Fall. Das zeige, so die Forscher, dass die Lehrer die Fähigkeiten der Jungen über- und die der Mädchen unterschätzten. Dadurch würden die Schülerinnen entmutigt, schätzen Sand und ihre Kollegen.


Später wendet sich das Blatt


Das hat langfristige Auswirkungen: Als die Forscher nach dem Abitur noch einmal die Leistungen der Teilnehmer überprüften, war das Ergebnis ein völlig anderes als noch zu Schulzeiten. Denn dieses Mal waren die Jungs deutlich besser als die Mädchen.


Die Forscher schließen daraus, dass sich die Überzeugung, Jungen seien naturwissenschaftlich begabter, schon in der Grundschule manifestiert. Mädchen schneiden demnach später schlechter ab, weil sie sich weniger zutrauen. Deshalb mahnt Sand alle Lehrpersonen, sich Folgendes bewusst zu machen: «Lehrer spielen eine entscheidende Rolle im Leben von Kindern. Sie können das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten stärken, aber auch schwächen.»


Schon in früheren Studien hatten Forscher die Lehrkräfte als verantwortlich für die Misere identifiziert: Demnach impfen Grundschullehrerinnen, die selbst schwach in Mathematik sind, ihren Schülerinnen die Angst vor dem Fach ein. An Jungen geben sie ihre Schwäche dagegen nicht weiter.


(L'essentiel/fee)






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