Nach den islamistischen Extremisten sind die Russen dran: Auf Twitter kursiert ein Cartoon, der einen Aufschrei bei russischen Nationalisten und bei prorussischen Separatisten in der Ostukraine ausgelöst hat, wie «Vocativ» meldet.
«Charlie Hebdo» und die Karikaturen Rosenmontagszüge unterwegs - Wagen auch zum Thema Terror
Die Zeichnung zeigt eine Gruppe Menschen, die in den Ruinen von Donezk in der Ostukraine stehen. Einer sagt: «Feuerpause. In Donezk wird es langweilig. Vielleicht sollten wir etwas mit den Cartoonisten organisieren?»
«Was für ein netter Humor der Franzosen»
Wie der Cartoon seinen Weg ins Internet fand, ist unklar: Die neue Ausgabe des französischen Satiremagazins kommt erst morgen in die Läden. Doch der Stil des Cartoons ist in guter, alter, spitzer «Charlie Hebdo»-Manier gehalten.
Die Russen sind empört. Viele beklagen, dass sich «Charlie Hebdo» über den Ukraine-Konflikt lustig macht – vor allem in Anbetracht der hohen Verluste, die der Krieg gefordert habe (siehe Infobox). «Das ist eine Abscheulichkeit, keine Meinungsfreiheit», schreibt der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses der Staatsduma, Alexei Puschkow, auf Twitter.
«Ich verstehe langsam die Islamisten»
«So erinnert sich ‹Charlie Hebdo› also an Donezk», spottet Vladimir Kornilov vom Zentrum für Eurasische Studien in Den Haagauf Facebook, «was für einen sorglosen, netten und einfühlsamen Humor die Franzosen doch haben.»
Andere beklagten, dass der Cartoon die prorussischen Separatisten mit den Terroristen des Islamischen Staats (IS) vergleiche. Ein Nutzer schreibt auf dem russischen Netzwerk VKontakte: «‹Charlie Hebdo› macht sich über die Menschen im Donbass lustig. Es wird nahegelegt, dass die Behörden im Donbass nicht besser sind als der IS. Komischerweise verstehe ich langsam die Islamisten, die diesen Liberalen das Lachen ausgetrieben haben. Auch wenn ich nicht mit den Islamisten übereinstimme, gibt es nichts Heiliges an ‹Charlie Hebdo› oder ähnlichen Magazinen.»
(L'essentiel)








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