Moskau - Der Hungerstreik ist vorbei: Die in einem Moskauer Gefängnis festgehaltene ukrainische Kampfpilotin will nach fast drei Monaten wieder essen. Nadja Sawtschenko habe zugestimmt, wieder heiße Hühnerbrühe zu sich zu nehmen, teilte ihr Anwalt Mark Fejgin auf Twitter mit. Andere Nahrung würde sie derzeit erbrechen, erklärte er laut der Agentur Interfax.
Sawtschenko werde in Kürze entscheiden, in welcher Form sie den Protest gegen ihre Haft in Moskau fortsetze. Ihr Gesundheitszustand sei weiterhin besorgniserregend, sagte Nowikow. Seine Mandantin habe inzwischen 21 Kilogramm an Gewicht verloren.
Sawtschenko hat als Freiwillige in der Ostukraine gekämpft. Ende Juni wurde sie in Russland festgenommen, zuvor war sie offenbar von prorussischen Separatisten in der Ukraine verschleppt worden. Russland wirft ihr vor, der ukrainischen Armee die Position zweier russischer Journalisten übermittelt zu haben, die im Juni nahe der Stadt Luhansk bei einem Angriff der Regierungstruppen getötet wurden. Die Anklage gegen Sawtschenko lautet auf vorsätzlichen Mord.
Unterstützung aus Brüssel und Berlin
Die Hubschrauber-Pilotin ist durch ihren Hungerstreik stark geschwächt. Ein Mitglied des Menschenrechtsrats des Kreml hatte vergangene Woche gesagt, Sawtschenko könne "innerhalb weniger Tage sterben". Nach Angaben der Strafvollzugsbehörden in Moskau steht Sawtschenko wegen ihres Gesundheitszustands unter ständiger ärztlicher Beobachtung.
Am Mittwoch hatten Kiew und die EU erneut an Moskau appelliert, Sawtschenko aus der Haft zu entlassen. Die 33-Jährige müsse dringend aus "humanitären Gründen" freigelassen werden, sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini am Mittwoch - ansonsten drohten ihr "bleibende Gesundheitsschäden oder der Tod."
Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko intervenierte direkt bei seinem russischen Kollegen Wladimir Putin. "Ich habe einen Brief an Präsident Putin geschickt und die sofortige Freilassung von Nadja Sawtschenko gefordert, insbesondere aus medizinischen Gründen", sagte Poroschenko. Zuvor hatte auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier die Freilassung der Pilotin gefordert.
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