vendredi 20 mars 2015

Ballon-Abwurf von "Interview"-DVDs: Seoul stoppt Satire-Attacke auf Nordkorea


Der Plan von südkoreanischen Aktivisten war so simpel wie provokant: Eine halbe Millionen Propaganda-Flugzettel und 10.000 DVD-Filme wollten sie mit Ballons über nordkoreanischem Staatsgebiet abwerfen, darauf: der Satirefilm "The Interview", in der es um ein fiktives Mordkomplott gegen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un geht. Daraus wird nun aber wohl nichts.


Denn die südkoreanische Regierung hat erklärt, die Aktion zu stoppen, wie der britische "Guardian" berichtet. Es gebe auch Grenzen für die Freiheit der Meinungsäußerung, hieß es demnach aus dem südkoreanischen Wiedervereinigungs-Ministerium.

"Wenn solch eine Aktion im Vorhinein entdeckt wird, wird die Regierung die notwendigen Maßnahmen dagegen treffen", sagte ein Ministeriumssprecher demnach - "denn die Sicherheit von Bewohnern" entlang der innerkoreanischen Grenze könne gefährdet werden.


Die nordkoreanische Führung in Pjöngjang hat Aktionen dieser Art schon vor Monaten verurteilt. Auch haben Südkoreaner, die nah an der Grenze zur Diktatur im Norden der Halbinsel leben, eine Gefährdung ihrer Sicherheit durch solche Provokationen beklagt. Im Oktober hatten nordkoreanische Soldaten zuletzt Ballone aus dem Süden abgeschossen und so ein Feiergefecht mit Grenzbeamten aus dem Süden ausgelöst.


Angst vor einem neuen Koreakrieg


Der US-Film "The Interview" hatte Ende des vergangenen Jahres zu erheblichen Spannungen zwischen den USA und Nordkorea geführt. Bei einem Cyberangriff auf die US-Produktionsfirma Sony Pictures waren Ende November Firmenunterlagen sowie persönliche Daten und E-Mails gestohlen worden.

Der Sony-Konzern stoppte daraufhin vorerst die Veröffentlichung der Komödie. Die Gruppe, die sich zu dem Angriff bekannte, hatte zudem mit Anschlägen auf Kinos gedroht, in denen der Film gezeigt wird.


Die ohnehin angespannte Beziehung zwischen Nordkorea und dem Westen hat sich zudem weiter zugespitzt: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un rief die Armee seines Landes erst vor Kurzem dazu auf, sich für einen "Krieg" mit den USA und deren Verbündeten zu rüsten. Alle Einheiten der Volksarmee müssten sich "politisch und ideologisch, militärtechnisch und materiell" vollständig auf einen Konflikt vorbereiten, zitierte ihn die amtliche Nachrichtenagentur KCNA. Eine aktuelle Studie warnt davor, dass Nordkorea sein Atomwaffenprogramm massiv ausweiten könnte.




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