Oslo - Der Vorsitzende des Friedensnobelpreiskomitees, Thorbjörn Jagland, ist von seinem Posten abgesetzt worden. Jagland hat nun nur noch den Rang eines einfachen Mitglieds im Nobelkomitee inne. Seine bisherige Stellvertreterin Kaci Kullmann Five übernimmt seinen Posten.
Die Nachfolgerin wollte sich nicht zu den Gründen äußern, warum Jagland nicht erneut zum Vorsitzenden gewählt wurde. Sie sagte lediglich, es habe "breite Übereinstimmung innerhalb des Komitees" gegeben, dass "Jagland sechs Jahre lang ein guter Vorsitzender gewesen" sei.
Auch die restlichen Komiteemitglieder nannten keine Begründung für den Schritt. Jagland hatte den Posten des Vorsitzenden seit 2009 inne und eine Wiederwahl angestrebt. Dem Sender NRK sagte er, er müsse sich dieser Entscheidung "beugen".
Kritik an Jaglands Preisträgern
Jagland galt seit der Auszeichnung von US-Präsident Barack Obama mit dem Friedensnobelpreis im Jahr 2009 als umstritten. Auch spätere Entscheidungen des Nobelkomitees unter seinem Vorsitz, etwa der Preis für die Europäische Union 2012, hatten sowohl bei Kommentatoren als auch bei früheren Nobelpreisträgern Unverständnis ausgelöst. In der Kritik stand Jagland auch wegen seiner zusätzlichen Funktion als Generalsekretär des Europarats.
Rechtsruck im Osloer Parlament
Die Entscheidung, Jagland vom Amt des Komiteevorsitzenden abzusetzen, warf am Dienstag die Frage auf, ob das Nobelkomitee künftig stärker politisch geprägt sein könnte. Die Mitglieder werden vom norwegischen Parlament bestimmt, betonen aber ihre Unabhängigkeit.
Im Parlament in Oslo hatte es 2013 einen Rechtsruck gegeben. Die Mehrheit der Mitglieder im derzeitigen Nobelkomitee wurden von rechtsgerichteten Parteien benannt. Während Jagland in der Vergangenheit Ministerpräsident und Minister der Arbeiterpartei war, hatte Kullman Five den Vorsitz der konservativen Partei inne.
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