Ein fast wolkenloser Himmel soll am Freitag in weiten Teilen Europas einen Blick auf eine seltene Sonnenfinsternis ermöglichen. Wetterdienste sagen für viele Regionen einen klaren Himmel voraus. Für die Großregion sind die Voraussagen allerdings unterschiedlich. In einigen Regionen - etwa auf den Färöer-Inseln im Nordatlantik - wird die Sonne für kurze Zeit «ausgeknipst»: In einem etwa 400 Kilometer schmalen Streifen auf dem Nordatlantik wird es für etwas mehr als zwei Minuten komplett dunkel. Bei gutem Wetter sind bei einer solchen totalen Sonnenfinsternis die Sterne zu sehen.
Sonnenfinsternis über Afrika
Rund 8000 Touristen sind deshalb zurzeit auf den Färöer-Inseln zu Gast. «Ich glaube nicht, dass wir es schon einmal erlebt haben, dass so viele Touristen gleichzeitig hier waren», sagte Súsanna Sørensen, Marketing-Managerin von «Visit Faroe Islands».
Manchmal nur Teilfinsternis
In Europa, Nordafrika, dem Mittleren Osten, dem westlichen Asien und auf Grönland ist das Ereignis dagegen nur als Teilfinsternis zu sehen, bei der die Sonnenscheibe unterschiedlich stark vom Mond bedeckt wird. «In Deutschland wird es dann leicht duster», sagte Professor Hans-Ulrich Keller vom Planetarium Stuttgart.
Je nach Standort beginnt der Neumond gegen 9.30 Uhr, sich vor die Sonne zu schieben. Eine gute Stunde später ist die größte Bedeckung erreicht. Sie beträgt in Luxemburg etwa 80 Prozent. Gegen 12 Uhr ist das Spektakel vorbei. Das Ereignis wird das Land in Dunkelheit hüllen, die Temperatur um einige Grad fallen lassen.
Stromausfälle befürchtet
Mehr Wolken wünschen sich die Stromnetzbetreiber. Sie hatten Sorge, das Ereignis könne zu einem Blackout führen und trafen Vorkehrungen. Der Bundesverband Solarwirtschaft betonte: «Nur bei wolkenlosem Himmel über Deutschland werden die Netzbetreiber an diesem Tag einen spürbar höheren Regelungsaufwand haben.» Mehr Mitarbeiter als üblich werden die Netzstabilität überwachen. Das «Worst-Case-Szenario» mit starken Schwankungen im Netz - verursacht durch wegfallende und nach Ende der Finsternis wieder hinzukommende Solarleistung - kann nach Ansicht von Experten wohl vermieden werden.
Die Sonnenfinsternis stellt auch viele Schulen vor Herausforderungen, denn gerade Kinder schauen aus Neugierde schnell auch ohne Augenschutz in den Himmel. Vielerorts werden deshalb die Pausenzeiten verschoben, bei anderen die Vorhänge während der Zeit zugezogen. Ohne Schutzbrille darf kein Schüler nach draußen.
Wer die Sonnenfinsternis in diesem Jahr nur hinter den Wolken erahnen kann, muss auf die nächste Chance erst einmal warten. Die nächste partielle Sonnenfinsternis findet am 25. Oktober 2022 statt. Eine totale Sonnenfinsternis gibt es erst wieder am 3. September 2081.
(L'essentiel/dpa)








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