mercredi 4 mars 2015

Neue Generalstaatsanwältin - «Es zählt die Kompetenz, nicht das Geschlecht»


Martine Solovieff ist am Höhepunkt ihrer Karriere angelangt. Die 57-jährige Juristin wurde vor wenigen Tagen zur neuen Generalstaatsanwältin in Luxemburg ernannt. «Meine Ernennung trägt keinerlei Symbolik», stellte Solovieff jedoch am Mittwoch vor Journalisten klar. «Bei der Zuteilung eines Postens muss stets auf das Profil und Kompetenzen, nicht auf das Geschlecht geachtet werden. Allein das Thema aufzubringen stellt schon eine Diskriminierung dar».


«Ich habe von meiner Ernennung wie alle anderen am Freitag. Sie hat mich überrascht, denn es gab drei weitere Kandidaten», sagte die Fachfrau für Wirtschafts- und Finanzstrafrecht, Geldwäsche, internationale Rechtshilfe und Auslieferungsverfahren. «Es handelt sich um den höchsten Posten in der Justiz und daher der Höhepunkt einer Laufbahn», so Solovieff. «Man muss mir Zeit geben. Ich bin jetzt seit 30 Jahren bei der Staatsanwaltschaft und wir werden weiter Fortschritte machen.»


Hierarchie gewahrt


Martine Solivieff absolvierte nach ihrem Schulabschluss in der Hauptstadt ihr Studium der Rechtswissenschaften in Straßburg. 1982 erhielt sie in Brügge das «Certificat de Hautes Etudes Européennes». Bis 1985 arbeitete sie als Mitglied der Anwaltschaft Luxemburg, zwischen 1986 und 1992 war sie als «Attaché de Justice» tätig. Danach trat sie in den Dienst der Staatsanwaltschaft Luxemburg ein.


Dort fungierte sie in wechselnder Funktion als Amtsanwältin («Substitut»), erste Amtsanwältin («Premier substitut»), Generaladvokatin («Avocat général») und seit 2005 als Erste Generaladvokatin («Premier avocat général»). In dieser Rolle war sie bis zuletzt die Nummer drei der Staatsanwaltschaft. Ihre Ernennung zur Generalstaatsanwältin erfolgte daher unter Wahrung der Hierarchie, wie Premierminister Xavier Bettel am Freitag deutlich machte.

Martine Solovieff wird Nachfolgerin von Robert Biever (66), der in Rente geht. Er war seit 2010 in dieser Funktion tätig. Die Amtsübergabe wird offiziell aber erst am 1. August vollzogen. Bis dahin will die neue Generalstaatsanwältin sozusagen zweigleisig fahren und sich bestmöglich auf ihre neue Rolle vorbereiten.


(Pierre Théobald/L'essentiel)






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