«Es geht nicht darum, einfach nur aus Prinzip ein längeres Praktikum zu machen, nur zum Vergnügen», sagt der Abgeordnete Lex Delles (DP), Vorsitzender des Ausschusses für Bildung. Die Mitglieder des Ausschusses, des Petitionsausschusses und Bildungsminister Claude Meisch haben sich am Mittwoch mit Lehrervertretern und Gewerkschaften zusammengesetzt und über die Einführung der dreijährigen Ausbildung für angehende Lehrer gesprochen. Eine Petition der Gewerkschaften SEW und OGBL hat bereits 1650 Unterschriften gesammelt.
Sind das die besten Lehrer, die es gibt?
«Der Dialog war konstruktiv», sagt SEW/OGBL-Präsident Patrick Arendt. «Bisher schien es, dass der Minister keinen Deut nachgeben wird, doch heute war es anders. Einige Ausschussmitglieder sind sogar unserer Argumentation gefolgt.» Die Gewerkschaft befürchtet aber, dass dieser Kurs nicht so weitergehen wird, wenn es um die universitäre Ausbildung der künftigen Lehrkräfte geht. «Die Kurse müssen à la carte sein, das heißt sie müssen an die Bedürfnisse der zukünftigen Lehrer angepasst werden. Denn es ist deren Ziel, jungen Menschen beim Lernen zu helfen», erklärt Minister Meisch.
Riesige Verschwendung
Hauptanliegen der Gewerkschaften ist die Einführung eines neuen Bewertungssystems. Das aktuelle sei in Anbetracht der langen Unsicherheit der künftigen Lehrer «eine Bedrohung», heißt es. Mit der Reform könnten die Anwärter nach vier Jahren Studium und drei Jahren «Stage» scheitern - eine riesige Verschwendung. Denkbar sei laut Arend eine Zwischenprüfung, etwa nach einem Referendariatsjahr.
Die Tatsache, dass das Gesetz bereits am Dienstag im Parlament als Teil der Reform des öffentlichen Dienstes übergeben wurde, bereitet Patrick Arendt keine Sorgen. «Unsere Vorschläge betreffen Änderungen zur zukünftigen Ausbildungsstätte für Lehrer.» Darüber soll in diesem Jahr abgestimmt werden.
Das Lohnniveau der Lehrer sei dagegen gar nicht zur Sprache gekommen, sagt Lex Delles. Das sei allerdings auch kein kritisches Thema. Es wird erwartet, dass die Lehrer-Anwärter in den ersten beiden Jahren 80 Prozent des Lehrergehaltes bekommen und im letzten Jahr 90 Prozent.
(Joseph Gaulier/L'essentiel)








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