jeudi 5 mars 2015

"Bunte"-Interview: Grünen-Chefin beklagt Überschrift als frauenfeindlich


Berlin - Viele Politiker würden eine Menge dafür geben, ein Interview in der Zeitschrift "Bunte" zu bekommen. Mit dem Edel-Boulevard erreicht man andere Leser als sonst. Der Grünen-Vorsitzenden Simone Peter widmet die "Bunte" in ihrer aktuellen Ausgabe nun sogar zwei Seiten. In dem Gespräch mit ihr geht es unter der Überschrift "Eine Frau mit zwei L(i)eben" um das Thema Politik und Familie.


Alles prima also? Nein, denn in der Online-Ausgabe wird das Interview mit einer anderen Überschrift angepriesen - und die hält Peter für frauenfeindlich. "Sechs Tage Karriere, ein Tag für das Kind" ist da über einem Bild von Peter und einem kurzen Text zu lesen, der auf das Print-Gespräch hinweist und es zusammenfasst. Die Überschrift bezieht sich auf den Umstand, dass Peter die Woche über in Berlin und anderswo in der Republik politisch unterwegs ist, während ihr Mann und der achtjährige Sohn im heimischen Saarbrücken leben.

"Der Samstag oder Sonntag gehören dann meist meiner Familie in Saarbrücken, die mich regelmäßig auch in Berlin besucht", sagt die Grünen-Chefin in dem Gespräch. Die Entscheidung, dass ihre Familie im Saarland bleibt, habe sie bewusst getroffen. "Beide, Mann und Sohn, haben gewachsene Bindungen an Freunde, Kollegen und Familie."


"Wie sähe die Überschrift bei einem männlichen Kollegen aus?"


Peter sagt: "Wie sähe wohl die Überschrift bei einem männlichen Kollegen aus?" Tatsächlich gibt es in der Hauptstadt viele Politiker, die ihre Familien oft nur am Wochenende sehen, weil ihre Wahlkreise weit weg von Berlin sind und der Rest der Familie dort wohnen bleibt. Problematisiert wird dieses Problem bei männlichen Politikern so gut wie nie.


Genauso sei es ihrer Mutter als Politikerin vor 40 Jahren schon gegangen, beklagt Grünen-Politikerin Peter. Ihre Mutter war zeitweise Gesundheitsministerin im Saarland für die SPD. Die Grünen-Vorsitzende kommt deshalb zu dem Schluss, dass sich wenig geändert habe: "Frauenpolitik ist kein bisschen unbedeutender geworden."


Trotz der Kritik von Peter werde die Überschrift der Online-Ausgabe nicht geändert, teilte eine "Bunte"-Sprecherin auf Anfrage mit. In der Print-Redaktion weist man darauf hin, dass "wir die Überschrift im Heft mit Bedacht gewählt haben", so Vize-Chefredakteurin Katrin Sachse. "Das ist eine private Entscheidung der Familie Peter, wie sie zwischen Beruf und Familie eine Balance herstellen."




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