Berlin - Die Zahl der Dschihadisten, die bislang aus Deutschland in Kampfgebiete in Syrien und im Irak ausgereist sind, liegt inzwischen bei 650. Dies sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner".
Das ist ein rasanter Anstieg: Vor neun Monaten hatte der Verfassungsschutz von 320 Deutschen gesprochen, die in den Dschihad aufgebrochen sind. 2013 waren es noch 60.
Deutschland verzeichne einen ähnlichen Trend wie etwa Frankreich und Belgien, sagte de Maizière. Lediglich in Großbritannien gehe die Zahl derer, die sich dem Dschihad anschließen, etwas zurück.
Insgesamt wüssten die Sicherheitsbehörden "eine ganze Menge" über die islamistische Szene in Deutschland. So seien die 650 Ausreiser von den Behörden "ganz klar identifiziert". Auch die mehr als tausend sogenannten Gefährder "kennen wir ziemlich genau", so der CDU-Politiker.
Bundesweit liefen im Januar fast 500 Ermittlungsverfahren gegen Islamisten, berichtete der SPIEGEL. 46 davon wurden Ende 2014 wegen des Verdachts auf Unterstützung oder Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland bei der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe geführt.
Seit den Terroranschlägen in Paris seien alle als "Gefährder" eingestuften Islamisten hierzulande unter verschärfter Beobachtung; verdeckte Maßnahmen seien intensiviert worden, um über ihren Aufenthaltsort und ihre Umtriebe im Bild zu sein.
Den vollständigen Text aus dem SPIEGEL 4/2015 finden Sie hier.
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