mercredi 4 mars 2015

Auftritt im US-Kongress: So reagiert die Welt auf Netanyahus Rede


Washington - Mit seinem umstrittenem Auftritt vor dem US-Kongress hat der israelische Ministerpräsident teils heftige Reaktionen provoziert: Benjamin Netanyahu hatte eindringlich vor dem Abschluss des Atomabkommens mit Iran gewarnt. Die Vereinbarung in ihrer jetzigen Form würde der Regierung in Teheran den Weg zu Atomwaffen ebnen, sagte er. Der Besuch fand auf direkte Einladung der US-Republikaner statt - und hat die ohnehin schwierige Beziehung zu Präsident Barack Obama weiter belastet.


Nancy Pelosi im US-Kongress: Betrübte StimmungZur Großansicht

AFP


Nancy Pelosi im US-Kongress: Betrübte Stimmung




"Als jemand, der die Beziehungen zwischen den USA und Israel schätzt und Israel liebt, war ich während der gesamten Rede des Premierministers den Tränen nahe", sagte die demokratische Minderheitsführerin Nancy Pelosi . Sie sei betrübt über die Beleidigung der Intelligenz der Vereinigten Staaten als Teil der "P5+1"-Nationen und über die "herablassende Haltung gegenüber unserem Wissen zur Bedrohung durch den Iran sowie unserer Verpflichtung, die Verbreitung von Nuklearwaffen zu verhindern". Dutzende von Obamas Demokraten waren der Rede fern geblieben.

Netanyahu bezeichnete den von den fünf Mitgliedern des Uno-Sicherheitsrates - USA, Frankreich, Großbritannien, Russland und China - sowie Deutschland ausgehandelten Einigungsentwurf als "einen Countdown zu einem potenziellen atomaren Albtraum". Das Abkommen in der jetzigen Form würde "praktisch garantieren, dass Iran Atomwaffen bekommt, viele davon", sagte er in seiner etwa 40-minütigen Rede.


John Boehner im Kongress: Beifall von den RepublikanernZur Großansicht

DPA


John Boehner im Kongress: Beifall von den Republikanern




Der republikanische Vorsitzende der Kammer, John Boehner, lobte Netanyahu dagegen. Dieser habe demonstriert, "warum es eine solch tiefsitzende - und überparteiliche - Sorge über den Deal" gebe.
US-Präsident Barack Obama: Hat die Rede nicht einmal im TV verfolgtZur Großansicht

AP/dpa


US-Präsident Barack Obama: Hat die Rede nicht einmal im TV verfolgt




Viele Republikaner fordern ein Festhalten an den Sanktionen gegen den Iran oder neue Strafmaßnahmen. Netanyahus Besuch war nicht mit Obama abgesprochen und wurde von vielen Demokraten als parteiischer Eingriff in die US-Sicherheitspolitik gesehen. Seine Rede habe keine machbaren Alternativen zu den derzeitigen Atomverhandlungen mit Teheran aufgezeigt, sagte Präsident Obama. Ohne eine Einigung werde Iran seine Anstrengungen zum Besitz einer Atombombe verdoppeln. Obama verfolgte die Rede nach eigenen Angaben nicht live im Fernsehen, er habe aber in das Manuskript geschaut, sagte er.
Israels Oppositionsführer Isaac Herzog: Vertiefte GräbenZur Großansicht

DPA


Israels Oppositionsführer Isaac Herzog: Vertiefte Gräben




Israels Oppositionsführer Isaac Herzog nannte Netanjahus Auftritt wirkungslos in Bezug auf die Atomgespräche. Vielmehr vergrößere die Rede den Graben zwischen Israel und den USA, sagte Herzog nach Medienberichten.
Irans Parlamentspräsident Ali Laridschani: "Lächerlich"Zur Großansicht

REUTERS


Irans Parlamentspräsident Ali Laridschani: "Lächerlich"




Irans Parlamentspräsident Ali Laridschani reagierte mit Spott. "Die Rede von Netanjahu war lächerlich. Genauso die Warnungen, besonders da sie von jemandem kommen, dessen Land selbst Atomwaffen besitzt", sagte er am Mittwoch vor einer Parlamentssitzung in Teheran. "Das erinnert einen an die Anekdote, wo eine Hure neu in die Stadt kommt und, um sich fromm zu zeigen, ihren Rock über den Kopf zieht, damit die Haare vor fremden Männern verborgen werden."


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