jeudi 5 mars 2015

Argentinien: Familie will Mord an Staatsanwalt Nisman belegen können


Buenos Aires - Die Familie des unter ungeklärten Umständen gestorbenen argentinischen Staatsanwalts Alberto Nisman geht von einem Mord aus. Unabhängige forensische Tests hätten ergeben, dass der Jurist getötet worden sei, sagte Nismans Exfrau laut der britischen BBC und der Nachrichtenagentur Reuters.


Die Ergebnisse der Untersuchungen würden die bislang vertretene Hypothese widerlegen, Nisman sei bei einem Unfall gestorben oder habe sich das Leben genommen.

Die genauen Umstände von Nismans Tod Mitte Januar sind bislang nicht geklärt. Ein Mord wird nicht ausgeschlossen. Die argentinische Präsidentin Cristina Kirchner äußerte den Verdacht, dass der Geheimdienst Secretaría de Inteligencia den Staatsanwalt ermordet haben könnte, um ihr anschließend Vertuschung vorzuwerfen. Sie ließ den Geheimdienst daraufhin auflösen und durch eine neue Behörde ersetzen.


Keine Klage gegen Kirchner


Seit einer Woche ist bekannt,dass Kirchner nicht wegen des Verdachts angeklagt wird, Ermittlungen zu einem Terroranschlag auf ein jüdisches Gemeindehaus behindert zu haben. Diesen Verdacht hatte Nisman offenbar, eine Anklage hatte er kurz vor seinem Tod bereits vorbereitet.


Kirchner wurde vorgeworfen, nach einem Anschlag auf das jüdische Gemeindehaus "Amia" in Buenos Aires im Jahr 1994 ein Vertuschungsmanöver initiiert zu haben. Vorgebracht wurde die Anklage Mitte Januar von dem ermittelnden Staatsanwalt Alberto Nisman. Als Drahtzieher des Attentats vermuten die Ermittler ehemalige Regierungsmitglieder aus dem Iran.

Wenige Tage später wurde Nisman mit einem Kopfschuss tot in seiner Wohnung aufgefunden - nur Stunden vor einer geplanten Anhörung im Parlament, in der er der Präsidentin vorwerfen wollte, seine Ermittlungen zu behindern.


Vor zwei Wochen hatte ein weiterer Staatsanwalt die Vorwürfe Nismans gegen Kirchner und Außenminister Héctor Timerman bekräftigt. Er warf Kirchner vor, die Ermittlungen zu dem Bombenanschlag in Buenos Aires zu behindern, um die Beziehungen zum Iran nicht zu belasten. Der Richter sagte, er nehme den Fall nicht an, da keine Straftat begangen wurde.




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