mardi 24 février 2015

Katar - Fußball-Funktionäre laufen Sturm gegen Winter-WM


Die WM 2022 in Katar soll im November und Dezember stattfinden - dafür hat sich die Fifa-Task-Force auf ihrer Sitzung in Doha ausgesprochen. Der Plan muss vom Fifa-Exekutivrat noch bestätigt werden - aber er schlägt bereits hohe Wellen. Besonders die großen Ligen äußern ihre Bedenken über den Plan - denn die müssen in ihren Spielplänen massive Änderungen vornehmen.




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Joëll Wolff, Generalsekretär des luxemburgischen Fußballverbands FLF versteht die Probleme der Profiligen. «Aber uns als Luxemburger stört das nicht», sagt er im Gespräch mit L'essentiel. Zwar gebe es momentan keine Spieler in der BGL Ligue, die im WM-Kader eines Landes stehen - «Aber wer weiß, wie das in sechs Jahren aussieht.» Die Idee einer Winter-WM findet Wolff dennoch gut. Denn das größere Problem sieht er in der gnadenlosen Sommertemperaturen in Katar. «Es scheint ein schlimmer zu sein, im Juni oder Juli bei der Hitze zu spielen», sagt er. Wolff wundert sich aber darüber, dass die Diskussion erst jetzt stattfindet: «Es ist ja nicht so, als ob das Wetter in Katar plötzlich umgeschlagen ist», sagt er. «Es war schon bekannt, dass es dort warm ist, als die WM vergeben wurde.»


Wolffs Kollegen von europäischen Verbänden und Vereinen sehen die Winter-WM größtenteils sehr skeptisch: «Die Gründe müssen sehr stark sein, um die WM zu verschieben», sagt Umberto Gandini, Vizechef der eruopäischen Club-Vereinigung ECA. «Wir brauchen mehr Informationen, um zu akzeptieren, dass der internationale Kalender unterbrochen wird.»


Premier-League-Boss Richard Scudamore ist «sehr enttäuscht». «Es ist die falsche Entscheidung. Wir sind von der UEFA im Stich gelassen worden», sagte er.


Wolfgang Niersbach, Präsident des deutschen Fußballbunds sieht eine Winter-WM in Katar 2022 als alternativlos an. «Fest steht, dass aufgrund der enormen Hitze im Sommer nicht gespielt werden kann», sagte Niersbach. «Jetzt sind die Terminplaner gefragt, bestmögliche Lösungen zu finden, was sicher nicht einfach, aber auch nicht unmöglich ist.» Niersbach sieht aber auch ein, dass eine Winter-WM mit den Gewohnheiten bricht. «Es fällt schwer, sich an den Gedanken zu gewöhnen, dass ein WM-Finale kurz vor Weihnachten stattfinden soll», erklärte er.


Dietmar Beiersdorfer, Vorstandschef des Hamburger Sportvereins, äußert sich skeptisch: «Aus Sicht eines professionellen Fußballclubs ist so eine Terminierung eigentlich undenkbar. Aber wir warten gespannt ab, wie die Vorschläge zur Durchführung des Turniers inklusive der Folgen für Ligen, Vereine und Spieler aussehen.»


Borussia Mönchengladbach hat sich deutlich gegen den geplanten Termin ausgesprochen. «Diese Empfehlung ist nicht im Sinne der DFL-Clubs. Eine WM im November/Dezember würde bedeuten, dass der Spielbetrieb in der Liga schon im Oktober unterbrochen werden muss und dass es frühestens Mitte Januar weitergehen kann», sagte Borussias Sportdirektor Max Eberl.

«Dieser WM-Termin würde den Bundesliga-Terminkalender von mindestens zwei, wahrscheinlich sogar drei Spielzeiten massiv beeinflussen. Ganz zu schweigen davon, dass die Vereine einen Zeitraum von mehr als drei Monaten ohne Zuschauereinnahmen überbrücken müssten», meinte Eberl. Zudem sei es schade und «geradezu fahrlässig», dass man sich über diese Probleme bei der FIFA nicht schon vor der Vergabe der WM 2022 an Katar Gedanken gemacht habe, befand der Gladbacher Sportdirektor.


Auch der deutsche Innenminister Thomas de Maizière (CDU ) hat Bedenken gegen die geplante Verlegung WM. «Das wirft viele Fragen in Bezug auf die Fußballkalender, die wir national haben, auf», sagt. Der auch für Sport zuständige de Maizière erinnerte daran, «dass wir die Vergabe der Spiele immer schon kritisch gesehen haben». Vor einer endgültigen Entscheidung der FIFA wolle er sich aber nicht abschließend zu dieser Frage äußern.


Die Netzgemeinde amüsiert sich über die Winter-Pläne der Fifa derweil köstlich.
















(sen/L'essentiel/dpa)






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