Mehr Zeit – für Familie, Freunde, Bekannte und ehrenamtliche Tätigkeiten. Oder einfach sich selbst. Das wollen die Jonk Gréng, die Nachwuchsorganisation der Partei Déi Gréng (die Grünen), für die Menschen, die in Luxemburg arbeiten. Am Mittwoch veröffentlichten sie ein Arbeitspapier, den «Nowuesspak 1.1» (Nachwuchspakt 1.1). Darin fordern sie eine Abkehr von Investments in fossile Energieträger, eine sachlich geführte Diskussion über den Datenschutz – und die stufenweise Reduzierung der Wochenarbeitszeit in Luxemburg von 40 auf 21 Stunden.
Eine Vollzeitstelle mit 21 Stunden – kann das gut gehen? «Es ist nicht möglich, so etwas von heute auf morgen einzuführen», erklärt Jonk-Gréng-Sprecher Paul Matzet gegenüber L’essentiel. «Aber wir haben uns die Frage gestellt, ob wir nur noch leben wollen, um zu arbeiten – oder um zu leben.» Eine Studie der New Economics Foundation sei zu dem Schluss gekommen, dass eine Wochenarbeitszeit von 21 Stunden das Optimum für eine lebendige Gesellschaft sei. «Neben der Zeit, die man dann für Familie und Freunde hätte, könnte man sich dann zudem noch gesellschaftlich engagieren oder ehrenamtlich arbeiten», sagt Matzet. Der 27-Jährige aus Schifflingen hat selber eine Vollzeitstelle – und kommt mit seiner ehrenamtlichen Tätigkeit auf 60 bis 70 Arbeitsstunden in der Woche.
Denkanstoß und Diskussionsgrundlage
Die Jonk Gréng sehen ihren Vorschlag auch als Denkanstoß und Diskussionsgrundlage. «Es geht darum, die neoliberale Wirtschaftslogik zu hinterfragen», sagt Matzet. Denn für die 21-Stunden-Woche müsse das System angepasst werden: Das Wohnen müsste beispielsweise durch Wohngemeinschaften oder Genossenschaften bezahlbar gemacht werden. Technologische Errungenschaften und Automatisierung würden die Arbeit weiter erleichtern. «Man muss von einem 21-Stunden-Gehalt leben können. Nicht in dem materiellen Reichtum von heute vielleicht – aber man muss leben können», sagt Matzet.
Und dann werden alle glücklich? «Wir sagen nicht, dass die Menschen dadurch glücklicher werden. Aber wir stellen fest, dass sie so, wie wir es jetzt organisiert haben, auch nicht glücklich sind.»
So viel wird in Europa gearbeitet:
(Tobias Senzig/L'essentiel)








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