vendredi 13 février 2015

Eurokritiker: AfD verschiebt Parteitag um zwei Monate


Berlin - Eigentlich sollte die neue Doppel-Führungsspitze der Alternative für Deutschland (AfD) bereits im April gewählt werden. Doch in einer Telefonschalte einigte sich der Bundesvorstand der Eurokritiker diese Woche darauf, den Bundesparteitag in den Juni zu verlegen. Zudem wird er diesmal ein Delegierten-Parteitag sein.


AfD-Pressesprecher Christian Lüth bestätigte am Freitag SPIEGEL ONLINE, dass der Parteitag um zwei Monate verschoben wird. Er soll nun am 13. und 14. Juni stattfinden, ein Ort stehe noch nicht fest, so Lüth.

Der vergangene Bundesparteitag in Bremen, auf dem die Satzungsänderung für eine schlankere Parteiführung von einem Mitgliederparteitag beschlossen worden war, hatte offen gelassen, in welcher Form der Parteitag zu den Vorstandswahlen stattfinden soll. "Der Bundesvorstand hat nun entschieden, dass es ein Delegiertenparteitag wird", so Lüth. Man rechne mit ungefähr 500 bis 600 Teilnehmern.


Ein solcher Parteitag dürfte für die erst zwei Jahre alte Partei billiger werden. In Bremen hatten sowohl der Bundesschatzmeister Piet Leidreiter als auch Vorstandssprecher Bernd Lucke auf die hohen Kosten hingewiesen, die für die Partei durch die Abhaltung von Mitgliederparteitagen entstehen. In Bremen waren rund 1.800 Teilnehmer der Basis erschienen, es mussten zwei Hallen angemietet werden, die per Videoschaltung miteinander verbunden waren. Intern wird bei der AfD der Bremer Mitglieder-Parteitag mit bislang rund 300.000 Euro veranschlagt.


Die Kostenfrage ist für die Partei nicht unwesentlich. Denn im November wird die AfD einen weiteren Bundesparteitag abhalten und damit den dritten in einem Jahr. Auf diesem Parteitag soll ein Programm verabschiedet werden. Die Zusammenkunft zum Jahresende, das hatten die Teilnehmer in Bremen beschlossen, soll wegen der wichtigen Programmentscheidungen dann wieder ein Mitgliederparteitag werden.


Wegen der Verschiebung der Vorstandswahlen bleibt die bisherige Spitze der AfD- Bernd Lucke, Frauke Petry und Konrad Adam als gleichberechtigte Vorstandssprecher - jetzt einige Wochen länger im Amt als zunächst vorgesehen. Bei den Wahlen zum neuen Vorstand Mitte Juni werden voraussichtlich dann Lucke und Petry in eine neue Doppelspitze gewählt.


Nach dem Programmparteitag soll die AfD dann zum Ende des Jahres nur noch von einem Bundesvorsitzenden und einem hauptamtlichen Generalsekretär geführt werden. Das hatte der Bremer Mitgliederparteitag beschlossen. Lucke als AfD-Mitgründer und eines der prominentesten Gesichter der Partei dürfte dann als neuer Bundesvorsitzender den Eurokritikern vorstehen.




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