mercredi 25 février 2015

Dschihad-Rückkehrer: Verfassungsschutz warnt vor Anschlägen in Deutschland


Berlin - Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, hat erneut vor islamistischen Attentaten in Deutschland gewarnt. "Wir müssen davon ausgehen, dass auch wir Ziel werden von terroristischen Anschlägen, und wir müssen uns auch darauf einstellen", sagte er beim Internationalen Polizeikongress in Berlin. Deutschland befinde sich nicht auf einer Insel der Sicherheit.


Terrorgruppen wie der "Islamische Staat" (IS) oder al-Qaida wollten den Westen destabilisieren, indem sie durch Attentate Angst und Schrecken verbreiten, sagte Maaßen. Außerdem wollten sie die Ideologie des globalen Dschihad in deutsche und europäische Städte tragen. Es gebe aber keine Hinweise auf konkrete Anschlagsplanungen, relativierte der Experte.

Die Zahl der aus Syrien und dem Irak nach Deutschland zurückgekehrten Dschihadisten sei auf rund 200 gestiegen. Etwa 70 dieser mutmaßlichen Terroristen stehen Maaßen zufolge im Verdacht, an Kriegshandlungen und schweren Straftaten teilgenommen zu haben. Der Nachweis dafür sei allerdings kaum zu erbringen. Auch die Überwachung der Verdächtigen sei schwierig. "Eine Rundumbeobachtung ist kaum möglich", betonte er.


Insgesamt sollen rund 600 vorwiegend junge Menschen von Deutschland in die Konfliktzonen im Nahen Osten gereist sein. 70 von ihnen sollen mittlerweile tot sein, zehn von ihnen sollen Selbstmordattentate verübt haben. Mitte Januar hatte das Bundesinnenministerium die Zahl der Rückkehrer auf 150 bis 180 beziffert.


Einer Studie der Verfassungsschutzämter zufolge wendet sich die Mehrheit der Heimkehrer in Deutschland erneut der extremistischen Szene zu. Demzufolge ist das islamistische Milieu sehr geschlossen und schwer aufzubrechen. Schon bei der Radikalisierung von Dschihadisten bleibt der wichtigste Faktor bislang der Freundeskreis der jungen Männer, gefolgt von Moscheen und dem Internet.




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