Seit Anfang 2013 ringen Management und Gewerkschaften um einen neuen Kollektivvertrag für die Angestellten des Flughafens Findel – doch eine Einigung ist bisher nicht in Sicht. Größter Stolperstein ist die Gestaltung der Arbeitszeit.
Die Direktion von lux-Airport will künftig mehr Flexibilität beim Personaleinsatz. Die Arbeitszeit der etwa 200 Angestellten soll künftig anhand einer sechsmonatigen (und nicht wie bisher einmonatigen) «Bezugsperiode» bemessen werden. Auf diese Weise könnten die Mitarbeiter in der Hochsaison eine höhere Wochenarbeitszeit leisten und dafür eine niedrigere außerhalb der Spitzenzeiten.
Obdachlose am Flughafen Findel
Die Gewerkschaften wollen die Arbeitszeiten in den Wochen mit hohen Passagierzahlen hingegen beschränken. «Die Entscheider des Unternehmens wollen das Personal in bestimmten Wochen bis zu 65 Stunden arbeiten lassen, das können wir nicht akzeptieren!», sagt Hubert Hollerich. In Europa sei eine wöchentliche Arbeitszeit von 48 Stunden vorgeschrieben, wie der OGBL-Vertreter erinnert.
Aloyse Kapweiler, Generalsekretär des LCGB, spricht seinerseits von einem «Dialog zwischen Gehörlosen». «Das Management will praktisch alles auf einmal. Eine flexible Arbeitszeit darf nicht bedeuten, dass die Angestellten ihr Familienleben opfern müssenlux-Airport hingegen sieht die Sache naturgemäß etwas anders. «Wir haben zugegeben noch keine Einigung erzählt, aber der Dialog ist konstruktiv», sagt Johan Vanneste, der das Unternehmen seit Anfang 2014 leitet, zu L’essentiel. Im vergangenen Juni waren die Verhandlungen bereits zum Stillstand gekommen – OGBL und LCGB entschlossen sich damals, das nationale Schlichtungsamt einzuschalten.
Mitarbeiter sind schwer besorgt
Nun geht man wieder aufeinander zu. Auf finanzieller Seite, bei den Gehältern und Prämien, sei bereits eine Übereinkunft erzielt worden, so der Direktor. «Nichts ist offiziell, wir werden nur ein umfassendes Abkommen unterschreiben», entgegnet Hubert Hollerich. Die Gewerkschaften fordern eine Lohnerhöhung von ein Prozent pro Vertragsjahr.
Im Gegensatz zu den Arbeitnehmervertretern ist Vanneste «zuversichtlich», dass es in den kommenden Wochen zu einer Einigung über einen neuen Kollektivvertrag kommt. Der Direktor hat von den Vorschlägen der Gewerkschaft, die diese angeblich geschickt haben, aber noch nichts gehört. Die Syndikate wollen nicht länger Zeit totschlagen. «Zwei Jahre verhandeln wir schon – das zeigt, dass etwas nicht in Ordnung ist», sagt Hollerich.
Ein Mitarbeiter des Airports spricht von einem «tiefen Unbehagen», das sich am Findel bemerkbar macht. Er kritisiert vor allem den Personalmangel am Flughafen. Ihm zufolge würden weder die Direktion noch die Gewerkschaften «die Unzufriedenheit der Mitarbeiter ausreichend berücksichtigen».
(Joseph Gaulier/L'essentiel)








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