Indiana hat eine internationale PR-Firma engagiert, um sein Image aufzupolieren. Die Agentur Porter Novelli soll das Kunststück vollbringen, den US-Bundesstaat als "einladenden Ort" zu charakterisieren, "an dem man gut leben, Urlaub und Geschäfte machen kann".
Das ist nicht so einfach, denn der Ruf Indianas hat in den vergangenen Wochen gelitten. Ein als schwulenfeindlich kritisiertes Gesetz hat dem Staat landesweit heftige Kritik eingebracht.
Konkret geht es um das Gesetz "zur Wiederherstellung der religiösen Freiheit". Auf dessen Grundlage könnten ab dem 1. Juli, wenn es in Kraft treten soll, Homosexuelle in Indiana ohne juristische Folgen benachteiligt werden. So dürften sich etwa Ladenbesitzer weigern, Schwule oder Lesben zu bedienen. Unternehmer könnten ihnen einen Job verwehren.
Nachdem das Gesetz verabschiedet worden und vom Gouverneur unterzeichnet worden war, gab es einen Aufschrei von Prominenten, Politikern und Unternehmen.
Kritiker sehen darin die rechtliche Legitimierung, Homosexuelle in Zukunft ohne Strafe zu diskriminieren. Es folgte die ganz große Kritikwelle, nach der Gouverneur Mike Pence dann seine Republikaner anwies, das Gesetz so zu revidieren, dass es keine Diskriminierung erlaube.
Die neun größten Arbeitgeber Indianas - darunter der Pharmakonzern Eli Lilly - hatten in einem Brief an Pence protestiert. Der offen schwule Apple-Chef Tim Cook schrieb, das Gesetz stehe "den Prinzipien entgegen, auf denen unsere Nation gegründet ist".
Auch die National Collegiate Athletic Association (NCAA), die ihren Sitz in Indianapolis hat, und die Basketball-Liga NBA verurteilten das Gesetz. Popstar Miley Cyrus teilte auf Instagram unter einem Foto von Pence mit: "Herr Gouverneur, Sie sind ein A….loch."
Viel Arbeit also für Porter Novelli, eine große PR-Firma mit nach eigenen Angaben Büros in 60 Ländern. Den Auftrag erhielt sie von der Indiana Economic Development Corporation, der Behörde, die sich um die Ansiedlung von Betrieben kümmert. Handelsminister Victor Smith sagte: "Stärker denn je wollen wir die Welt daran erinnern, dass in Indiana jeder willkommen ist."








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